{"id":401,"date":"2019-11-01T17:24:47","date_gmt":"2019-11-01T16:24:47","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.links-netz.de\/?p=401"},"modified":"2019-11-01T17:24:47","modified_gmt":"2019-11-01T16:24:47","slug":"wie-sich-der-qualitaetsjournalismus-beerdigt-und-beerdigt-wird","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wp.links-netz.de\/?p=401","title":{"rendered":"Wie sich der Qualit\u00e4tsjournalismus beerdigt und beerdigt wird"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Rudolf Walther<\/h5>\n\n\n\n<p>Eine\nVorbemerkung ist unumg\u00e4nglich. Ich bin seit \u00fcber zwanzig Jahren in der\nMedienbranche t\u00e4tig \u2013 f\u00fcr Printmedien und Radiosender. Trotzdem habe ich nur\neinen beschr\u00e4nkten Einblick ins journalistische Gewerbe, denn ich arbeite als\n\u201eFreier\u201c, d.h. als Subalterner ohne Vertrag. Ich habe Einblick in redaktionelle\nEntscheidungen und Abl\u00e4ufe nur so weit, als ich direkt davon betroffen bin. In\ndie eigentliche redaktionelle Arbeit bin ich nicht eingebunden und habe darauf\nkeinerlei Einfluss. Das hat Vorteile, aber auch Nachteile, vor allem den, dass\nich nur zur Kenntnis nehmen kann, was redaktionell gew\u00fcnscht und akzeptiert\nwird und was unerw\u00fcnscht und nicht akzeptiert wird. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr dieses wie\njenes bleiben mir weitgehend verborgen. Ich habe keinen Anspruch darauf, tats\u00e4chliche\nBegr\u00fcndungen f\u00fcr die Annahme oder Ablehnung eines Themenvorschlags oder eines\nArtikels zu erfahren, sondern muss damit leben zu glauben, was mir mitgeteilt\nwird an Sachzw\u00e4ngen, Platzverh\u00e4ltnissen, Ausreden und Vorw\u00e4nden. Im Laufe der\nletzten 20 Jahre bekommt man ein Gef\u00fchl daf\u00fcr, was ankommen k\u00f6nnte und was\nnicht und stellt sich pragmatisch darauf ein, Frust und \u00c4rger m\u00f6glichst zu\nvermeiden. Wenn man sich als \u201eFreier\u201c, also total Abh\u00e4ngiger, auf Streit und\nWiderstand versteift, ist man sofort weg vom Fenster \u2013 also \u201efrei\u201c von\nAuftr\u00e4gen. Ich mache das deshalb aus Gr\u00fcnden der Selbsterhaltung nur dosiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Zuletzt im\nFall des Machwerkes des Autorentrios Per Leo, Maximilian Steinbeis und\nDaniel-Pascal Zorn \u201eMit Rechten reden\u201c. Im Unterschied zu fast allen\nRezensenten, die das Buch nur lobten, wollte ich darlegen, dass es sich bei den\nAutoren um \u201eRechte sans phrase\u201c handelt, die sich \u201ekonservativ-liberal\u201c\nkost\u00fcmieren, um im medialen Gesch\u00e4ft pr\u00e4sent bleiben zu k\u00f6nnen. Die\nRundfunkredaktion verlangte \u00c4nderungen und Gl\u00e4ttungen, denen ich nachkam,\nsoweit ich sie f\u00fcr vertretbar hielt, aber die Substanz meiner Kritik blieb\nerhalten. Das reichte dann gerade noch f\u00fcr eine Nicht-Sendung meines Beitrags\nund ein Ausfallhonorar. Seither ist mir der SWR als Auftraggeber sang-, klang-\nund kommentarlos abhandengekommen. So viel vorweg.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass die\nArbeits- und Produktionsbedingungen, unter denen Journalisten bei Printmedien,\nauf die ich mich im Folgenden beschr\u00e4nke, arbeiten, auf das Produkt ihrer\nArbeit \u2013 die Zeitung \u2013 durchschlagen, ist plausibel und selbstverst\u00e4ndlich.\nAlles andere w\u00e4re eine \u00dcberraschung.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu diesen\nBedingungen, die die journalistische Arbeit ma\u00dfgeblich beeinflussen, geh\u00f6ren:\n1. Geldmangel, 2. Personalk\u00fcrzungen, 3. Zeitdruck, 4. Platzmangel und 5.\nmodische Trends und Marotten. Diese f\u00fcnf Faktoren h\u00e4ngen zusammen und\nverst\u00e4rken sich gegenseitig oder bilden nur Vor- und R\u00fcckseite einer Medaille \u2013\netwa beim Nexus von Geldmangel und Personalk\u00fcrzungen. Ich beginne von hinten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Trends und Marotten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Modische Trends und Marotten sind \u2013 im Unterschied zu den anderen vier Bedingungen \u2013 von Redaktionen und Journalisten selbst erzeugt worden. Die Verantwortung f\u00fcr modische Trends und Marotten, die den Qualit\u00e4tsjournalismus gef\u00e4hrden und die damit verbundenen Anspr\u00fcche l\u00e4cherlich machen, kann nicht auf Gesch\u00e4ftsleitungen, Aktion\u00e4re oder die Wirtschaftslage abgew\u00e4lzt werden. Zur Illustration dieser modischen Trends und Marotten, die ernsthaften politischen Journalismus desavouieren, zwei Zitate:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSchwarzer Anzug, dunkle Krawatte, der K\u00f6rper drahtig, kein Gramm Fett: Manuel Valls (53) wirkt wie ein Fu\u00dfballtrainer, der seiner Mannschaft Mut machen will. Alkohol r\u00fchrt er nicht an, und auf Gluten verzichtet er inzwischen auch. Frankreichs Premier sitzt in einem goldverzierten Salon im Palais Matignon und empf\u00e4ngt eine Handvoll Vertreter der ausl\u00e4ndischen Presse. Unter der Stuckdecke, \u00fcber den immensen T\u00fcren, erinnern Sch\u00e4ferszenen in Blau an Zeiten, als Frankreich noch idyllisch schien.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Martina\nMeister, DIE WELT und Tages-Anzeiger (5.6.2016), begann so ihren Bericht \u00fcber\neine Pressekonferenz des franz\u00f6sischen Premierministers Manuel Valls.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch ihre\nKollegin Michaela Wiegel von der FAZ (3.6.2016) schrieb \u00fcber denselben Anlass:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIst Frankreich reformunf\u00e4hig? Es ist der franz\u00f6sische\nPremierminister Manuel Valls, der diese Frage stellt, kaum dass er sich gesetzt\nhat. Die soziale Unruhe im Land kann der ehernen Feudalroutine in seinem\nAmtspalast an der Rue Varenne nichts anhaben. Ein Diener in makellos\nwei\u00df-schwarzem Livree serviert auf Silbertabletts Erfrischungen, auf kleinen\nLouis-XV-Tischen wartet feines Geb\u00e4ck auf die Korrespondenten europ\u00e4ischer\nMedien, und \u00fcber allem schweben die leicht bl\u00e4ulich schimmernden, in Holzstuck\ngefassten Chinoiserie-Malereien, denen der Empfangssaal den Namen Salon bleu\nverdankt. Valls zieht das Sakko aus und gibt den Blick auf ein eng\ngeschnittenes Hemd frei. Es wirkt fast wie ein Statement, nach gut zwei Jahren\nals Regierungschef hat er kein Gramm Kummerspeck vorzuweisen, sein\nreformerischer Kampfgeist scheint ungebrochen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Was wollen\nuns solche Texte in im Prinzip anspruchsvollen Zeitungen, also nicht in\nIllustrierten, bunten Bl\u00e4ttern oder Boulevardzeitungen, anderes mitteilen, als\ndass wir v\u00f6llig irren, wenn wir noch naiv annehmen, der Bericht im politischen\nTeil einer Zeitung \u00fcber ein politisches Ereignis sei etwas Anderes als eine Homestory\nin einer Frauenzeitschrift oder in einer Boulevardzeitung? Beide Berichte\ndokumentieren, dass der politische Journalismus in Qualit\u00e4tszeitungen dabei\nist, sich zu verabschieden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sind zwei\nBeispiele, die sich beliebig vermehren lie\u00dfen, um den Trend stichhaltig zu\nbelegen. Und wie kommt es zu diesem Trend? Ich vermute durch ein subtiles\nZusammenspiel: Redakteure stehen unter dem Druck von Gesch\u00e4ftsleitungen\nangesichts der wirtschaftlichen Lage der Printmedien. \u201eDurch gef\u00e4lligere Texte\nmehr Auflage machen\u201c, lautet das K\u00fcchenrezept, das Redaktionen mit der\nAufforderung an Journalisten weiterreichen, die ersten S\u00e4tze m\u00fcssten \u2013 jeder\nkennt das Wort, das jetzt kommen muss \u2013 \u201eden Leser in die Geschichte\nhineinziehen\u201c \u2013 ungef\u00e4hr so, wie man Kinder auf dem Jahrmarkt mit einem Bonbon\nan den Stand lockt, um ihnen das \u00d6ffnen des Portemonnaies zu erleichtern. Die\nsimple, aber in ihrer Durchschlagskraft im Alltag gar nicht zu \u00fcbersch\u00e4tzende\nAufforderung, den Leser \u201ehineinzuziehen\u201c, trifft bei Journalisten, insbesondere\njener gro\u00dfen Zahl, die durch Schreibkurse und Journalistenschulen gegangen\nsind, auf weit ge\u00f6ffnete Ohren. Die Lektion 1 vom wichtigen \u201eersten Satz\u201c und\ndas Rezept vom \u201eHineinziehen\u201c haben sie an jenen Institutionen gelernt, in\nPraktika verinnerlicht und im Beruf zum Standard gemacht. Anders ist kaum\nerkl\u00e4rbar, dass die Berichte von zwei in mancher Hinsicht (Alter, beruflicher\nWerdegang etc.) unterschiedlichen Autorinnen wie Frau Meister und Frau Wiegel\nfast w\u00f6rtlich \u00fcbereinstimmende Passagen enthalten. Und falls sie das\nPatentrezept vom \u201eHineinziehen\u201c nicht auf Journalistenschulen eingetrichtert\nbekommen haben, lernten sie es sp\u00e4testens in Praktika und im Berufsalltag von\nden Redakteuren kennen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und damit\nkommt der Storytelling-Journalismus ins Spiel und mit ihm der Fall \u201eRelotius\u201c,\nder nat\u00fcrlich kein \u201eFall Relotius\u201c ist, sondern der Ernstfall f\u00fcr den\nsogenannten \u201eQualit\u00e4tsjournalismus\u201c. Der Fall ist auch deshalb instruktiv, weil\ndurch \u201eSpiegel\u201c-Aufkl\u00e4rungskommission Tatsachen aus dem Redaktionsalltag\n\u00f6ffentlich zug\u00e4nglich wurden, die man sonst allenfalls ger\u00fcchteweise erf\u00e4hrt.\nDurch den Bericht der Kommission hat man jetzt Schwarz-auf-Wei\u00df und ohne\nBilder, wie Storytelling-Journalismus funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einem\nPaukenschlag machte \u201eDer Spiegel\u201c am 19.12.2018 publik, dass der seit 2017\nfestangestellte Starreporter Claas Relotius in seine rund 60 Texte eine damals\nnoch nicht genau bestimmbare Zahl von F\u00e4lschungen, Erfindungen und\nDramatisierungen eingeflochten hatte. Es war absehbar, dass sich f\u00fcr den\n\u201eSpiegel\u201c, der sich auf die Devise, \u201esagen, was ist\u201c, verpflichtet f\u00fchlt, ein\nimmenser Imageschaden einstellen musste, und f\u00fcr die Jurys, die Relotius rund\n40mal auszeichneten, wird der Skandal zur untilgbaren Blamage.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nHamburger handelten schnell: ein Dokumentar, der Chefredakteur und ein\nRessortleiter mussten den Hut nehmen. Dar\u00fcber hinaus setzte man eine\ndreik\u00f6pfige Aufkl\u00e4rungskommission ein, die Zugang zu allen Akten, Mails und\nPersonen hatte. Der Kommission geh\u00f6rten Brigitte Fehrle, ehemalige\nChefredakteurin der \u201cBerliner Zeitung\u201c, Clemens H\u00f6ges und Stefan Weigel an\n\u2013kommissarischer Blattmacher und Nachrichtenchef beim \u201eSpiegel\u201c. nde Mai\nver\u00f6ffentlichte die Kommission ihren Bericht im Netz und im \u201eSpiegel\u201c \u2013 auf\nvollen 16 Seiten, ohne Fotos. Diese vorz\u00fcgliche und umfassende Aufarbeitung des\n\u201eFalles Relotius\u201c ist beispielhaft und widerlegt den Verdacht, man wolle aus\ndem \u201eFall\u201c herauskommen wie aus einem Bagatellunfall mit Karosserieschaden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die strikte\nKonzentration der Kommission auf die Aufkl\u00e4rung des \u201eFalles\u201c, vergleichbar dem\nVorgehen von Kriminalisten bei der Aufkl\u00e4rung von Straftaten, erweist sich\njedoch bei der Lekt\u00fcre des Berichts schnell als Achillesferse. So kommt die\nsonst verdienstvolle Aufkl\u00e4rungskommission zu dem vollkommen realit\u00e4tsfernen\nSchluss: \u201eClaas Relotius war ein Einzelt\u00e4ter\u201c. Das mag im engen\njuristisch-kriminalistischen Sinne halbwegs zutreffen, was die Textmanipulation\nund die geschickt kalkulierende Vorgehensweise des Autors angeht. Aber\ntats\u00e4chlich war Relotius nat\u00fcrlich kein Einzelt\u00e4ter, sondern Mitglied in einer\ngro\u00dfen und einflussreichen journalistischen Sekte, die Lehrlinge, Lehrende und\nAbsolventen von Journalistenschulen ebenso umfasst wie Redakteure, Ressortchefs\nund Chefredakteure von Zeitungen und Magazinen sowie die Journalistenpreise\nverleihende Jurys landauf und landab. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Chiffre\n\u201eRelotius\u201c im Singular steht f\u00fcr ein gro\u00dfes Kollektiv, das insgesamt den\n\u201eStorytelling-Journalismus\u201c repr\u00e4sentiert und f\u00f6rdert, wie er seit geraumer\nZeit an Journalistenschulen gelehrt, in Zeitungen und Magazinen praktiziert und\nin Redaktionen gesch\u00e4tzt wird. Der Kern dieser Art von Journalismus stand in\nder Aufkl\u00e4rungskommission nicht zur Debatte, wurde allenfalls gestreift, aber\nnicht seri\u00f6s untersucht und mitangeklagt. Wenn man den Vergleich mit einem\nkriminalistischen Ermittlungsverfahren wagen will, so hat die Kommission die\nTaten des T\u00e4ters offengelegt, aber die Mitverantwortung seiner Gehilfen,\nF\u00f6rderer und Lehrer \u2013 von drei Bauernopfern abgesehen \u2013 im Dunkeln gelassen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eStorytelling\u201c\nbetr\u00fcgt, l\u00fcgt und erfindet nicht im landl\u00e4ufigen Sinne, sondern verpasst\njournalistischen Reportagen durch den Einbau sprachlich dramatisierender\nMomente und Szenen eine Form \u00e0 la mode. So werden aus Reportagen s\u00fcffige Texte\n\u2013 \u201eStorys\u201c eben \u2013, wie man sie nicht nur beim \u201eSpiegel\u201c sch\u00e4tzt und mit denen\nman Journalistenpreise gewinnt (nicht zuletzt deshalb, weil\nJournalistenpreisjurys von den tonangebenden Lehren des Storytellings \u00fcberzeugt\nsind).<\/p>\n\n\n\n<p>Reporter,\nRessortleiter und ganze Redaktionen sind befangen in den problematischen\nPraktiken und Standards des \u201eStorytellings\u201c. Der f\u00fcr Relotius zust\u00e4ndige\nRessortchef Dirk Kurbjuweit brachte das Problem in dieser Hinsicht auf den\nPunkt: \u201eDa war ich entt\u00e4uscht\u201c \u2013 \u00fcber einen Text von Relotius \u2013, \u201eweil das\nStoryhafte fehlte, kein echter Relotius.\u201c Der verstand das wahrscheinlich genauso,\nwie es gemeint war \u2013 als Aufforderung zum dekorativen Aufh\u00fcbschen und\nNachfrisieren des Textes. Der Autor Relotius selbst gierte nach solchen\nAufforderungen. Bei der Ablieferung eines unfertigen Textes an den Redakteur\nbemerkte er: \u201eDie Nacherz\u00e4hlung ist im Grund komplett kalt geschrieben.\nVielleicht m\u00fcssen noch mehr Gedanken rein?\u201c Mit \u201eGedanken\u201c sind die\nIngredienzien des Storytelling-Journalismus gemeint: der scharfe metaphorische\nPfeffer, die adjektivische Pomade, der kernig-w\u00fcrzige Vergleich, die\ngef\u00fchlig-dramatisierende Unmittelbarkeit des Pr\u00e4sens, grelle T\u00f6nung und\nFarbigkeit des Stils. Relotius beherrschte in seiner Text-K\u00fcche den Umgang mit\ndiesen Zutaten virtuos, vor allem aber wusste er genau Bescheid \u00fcber die\nErwartungen in der Redaktion: \u201eIch wei\u00df gar nicht, wann mich ein Text zuletzt\nso mitgenommen hat. Unertr\u00e4glich starker Text\u201c, schrieb ein Redakteur an seinen\nKollegen nach der Lekt\u00fcre einer Reportage.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\n\u201eStorytelling-Journalismus\u201c entsteht nicht im Kopf einzelner Reporter, sondern\nwird kollektiv geplant von Chefredakteuren, Ressortleitern und Redakteuren in\nKooperation mit Reportern, Fotografen und Informanten vor Ort. Im Mail-Verkehr\nder Story-Planer h\u00f6rt sich die Vor- und Aufbereitung einer Fl\u00fcchtlings-Story so\nan: \u201eWir suchen nach einer Frau mit Kind. Sie kommt idealerweise aus einem\nabsolut verschissenen Land. (\u2026) Sie setzt ihre Hoffnung auf ein neues, freies\ngutes Leben in USA. (\u2026) Es muss eine sein, die mithilfe eines Kojoten\n(Fluchthelfers RW) \u00fcber die Grenze will. (\u2026) Die Figur f\u00fcr den zweiten Konflikt\nbeschreibt Claas (Relotius RW). (\u2026) Dieser Typ wird selbstverst\u00e4ndlich Trump\ngew\u00e4hlt haben, ist schon hei\u00df gelaufen, als Trump den Mauerbau an der Grenze\nangek\u00fcndigt hat, und freut sich jetzt auf die Leute dieses Trecks wie Obelix\nsich auf die Ankunft einer neuen Legion von R\u00f6mern freut. (\u2026) Wenn ihr die\nrichtigen Leute findet, wird das die Geschichte des Jahres.\u201c Und wenn man nicht\nganz die \u201erichtigen\u201c Leute findet, muss man sie halt erfinden, um daraus \u201edie\nGeschichte des Jahres\u201c zu basteln. Die Aufkl\u00e4rungskommission zitiert diese\nPassage, zieht aber daraus wie aus vielen anderen Indizien keine ad\u00e4quaten\nFolgerungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gedeckt sind\n\u201eStorytelling\u201c-Praktiken durch das Urteil des umtriebigen\nJournalistikprofessors Michael Haller \u00fcber die \u201eMontagetechnik, bei der der\nReporter \u201emehrere Gespr\u00e4chspartner zu einer Person zusammenf\u00fchren darf\u201c.\nZwischen \u201ealternativen Fakten\u201c, gemeinen \u201eL\u00fcgen\u201c und Hallers Gerede vom\n\u201ezusammenf\u00fchren von Fakten\u201c zu einem \u201eetwas anderen Realit\u00e4tsverst\u00e4ndnis\u201c\nbestehen bestenfalls noch kleine graduelle Unterschiede, aber keine\nsubstantielle Differenz. Das gilt auch f\u00fcr das Dogma der Anf\u00e4nge von Storys,\nwonach der Leser oder die Leserin mit dem ersten Satz einer Reportage in die\nGeschichte \u201ehineingenommen und -gezogen\u201c werden soll. Mit diesen Phrasen wird\noft nur kaschiert, dass die Anf\u00e4nge auf der Fiktion beruhen, der Reporter habe\nsich nicht nur in die Protagonisten der Geschichte \u201ehineinversetzt und\n-gef\u00fchlt\u201c, sondern diesen buchst\u00e4blich unter die Hirnhaut geschaut.<\/p>\n\n\n\n<p>Der \u201eFall\nRelotius\u201c hat noch etwas aufgedeckt \u2013 das Gef\u00e4lle zwischen festangestellten\nReporterstars und sogenannten freien Mitarbeitern. Die Stars genie\u00dfen in den\nRedaktionen nicht nur allerlei materielle Vorteile, sondern auch mehr Vertrauen\nund Beinfreiheit. Ohne den Verdacht des freien Mitarbeiters Juan Moreno, der\nden F\u00e4lschungen von Relotius mit eigenen Recherchen und auf eigene Kosten auf\ndie Schliche kam (und dar\u00fcber jetzt ein Buch geschrieben hat), ohne den\n\u201eFreien\u201c Moreno also, w\u00e4re der Skandal sicher nicht aufgedeckt worden. Als\nMoreno seine Bedenken gegen die Reportagen in der Redaktion vortrug, wurde er\njedoch wie ein Denunziant, Verr\u00e4ter, eifers\u00fcchtiger Konkurrent des Stars\nbehandelt. Nur mit Hartn\u00e4ckigkeit konnte Moreno seinen jederzeit fristlos\nk\u00fcndbaren Job retten und seine Reputation als faktentreuer Reporter gegen\nWiderst\u00e4nde aus der Redaktion (\u201eIch habe erst mal keinen Grund, an der\nIntegrit\u00e4t von Claas zu zweifeln.\u201c) wiederherzustellen. Solche Zust\u00e4nde haben\nmit dem Genre des \u201eStorytelling-Journalismus\u201c zwar zun\u00e4chst nichts zu tun,\ngeh\u00f6ren aber zu den materiellen und finanziellen Bedingungen, unter denen diese\nArt Journalismus gedeiht und weniger beg\u00fcnstigte \u201eFreie\u201c kleinh\u00e4lt mit der\nexistenzbedrohenden Warnung, \u201eMaul halten oder gehen.\u201c <\/p>\n\n\n\n<p>Die\nAufkl\u00e4rungskommission des \u201eSpiegel\u201c macht sehr kluge und umfangreiche\nVorschl\u00e4ge zur \u201eVerbesserung der Fehlerkultur\u201c, zur Kontrolle der Texte und zum\nUmgang der Redaktion mit Leserbriefen. Kein einziger der Vorschl\u00e4ge tangiert\nallerdings die Achillesferse des Blattes direkt \u2013 den\n\u201eStorytelling-Journalismus\u201c. Aber mit Pfl\u00e4sterchen aus der Hausapotheke ist die\nblutende Wunde \u201eStorytelling\u201c nicht zu stillen. Das Skalpell und die N\u00e4htechnik\neines guten Chirurgen sind gefragt und dann eine sachkundige\nRehabilitationsklinik \u2013 medizinisch gesprochen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Notorischer Platzmangel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine zweite\nProduktionsbedingung, die auf die journalistische Qualit\u00e4t durchschl\u00e4gt, ist der\nnotorische Platzmangel. Wer so schwelgerisch personenbezogene und\natmosph\u00e4rische Banalit\u00e4ten ins Blatt dr\u00fcckt, kann ja theoretisch gar nicht \u00fcber\nPlatzmangel klagen. Irrtum! Platzmangel entsteht auch und gerade durch den\nausgreifend \u201ehereinziehenden\u201c Firlefanz, das People-Tam-Tam und den\nEmo-Atmo-Journalismus von der Stange bzw. aus der Journalistenklippschule.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber wichtiger\nf\u00fcr die Entstehung von Platzmangel in den Printmedien ist \u2013 au\u00dfer der\nwirtschaftlichen Notlage der Verlage \u2013 die Herrschaft der Layouter und\nBildredakteure, die f\u00fcr fast jeden Artikel ein gro\u00dfes Foto, eine Grafik,\nmindestens ein Info-K\u00e4stchen und ein Autorenfoto empfehlen \u2013 neben\ngro\u00dfkalibrigen Titeln und Untertiteln. Dem Aussehen von Zeitungen nach zu\nschlie\u00dfen, rechnen Redaktionen nicht mehr mit Lesern, sondern mit Bilderfreaks\nund \u00dcberblickern. Zeitungen gleichen immer mehr Fernsehspot-Nachrichten. Anita\nZielina, die bei der NZZ zust\u00e4ndige Redakteurin f\u00fcr die Digitalisierung,\ncharakterisiert ihre Arbeit als \u201enicht inhaltlich\u201c und verbucht es als\nFortschritt, dass \u201eimmer mehr Redakteure Artikel selbst\u00e4ndig durch Grafiken,\nLandkarten oder Quizfragen\u201c&nbsp; (SZ\n28.9.2016) erg\u00e4nzen. Im Horizont der inhaltsfreien, digitalen Plattwalzerei\nwartet neben dem \u201eFernseher\u201c also schon der \u201eZeitungsseher\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfartige\nZEIT-Seite, die fr\u00fcher \u201eZeitl\u00e4ufte\u201c hie\u00df, hatte noch vor 15 Jahren locker Platz\nf\u00fcr einen Essay von 25 000 Zeichen. Da konnte ein Thema gr\u00fcndlich\ndurchgearbeitet werden. Die Seite hei\u00dft jetzt anders, bietet aber nach mehreren\nLayout-\u201eReformen\u201c nur noch Platz f\u00fcr einen Text von 14 bis 15 000 Zeichen.\nUmfang und Qualit\u00e4tsverlust verhalten sich nicht direkt proportional, aber\nh\u00e4ngen nat\u00fcrlich zusammen. Die Wochenzeitung FREITAG widmet eine Doppelseite\neinem Wochenthema \u2013 ein gutes Konzept. Aber man vergibt mindestens 40 Prozent\ndieses Platzes f\u00fcr ein ebenso \u201eluftiges\u201c wie kinderbuch- und fernsehgerechtes,\nbilderreiches Layout.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zeitdruck<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die dritte\nProduktionsbedingung hei\u00dft Zeitdruck. Zeitungen sehen nicht nur aus wie\nNachrichtenspots am Fernsehen \u2013 sie wollen auch so schnell produziert und\ngedruckt werden wie Radio und Fernsehen senden. Das ist zwar technisch nicht\nm\u00f6glich, aber man kann das Tempo, wie alle Rand- und Rahmenbedingungen, schon\nmal etwas versch\u00e4rfen. Die weltbekannte Fotografin Barbara Klemm quittierte\nihren Job bei der FAZ mit dem Hinweis, die Instant-Lieferung von Digital-Fotos\ndirekt vom Ort des Geschehens in die Redaktion lasse sich nicht vereinbaren mit\nihren Qualit\u00e4tsanspr\u00fcchen an Fotos. <\/p>\n\n\n\n<p>Geradezu\ngrotesk wird der Zeitdruck, wenn Journalisten gen\u00f6tigt werden, Berichte f\u00fcr die\n\u201eOnline\u201c-Ausgabe \u201esofort\u201c und f\u00fcr die Print-Ausgabe \u201em\u00f6glichst bald\u201c zu\nliefern. Seri\u00f6s zu arbeiten, wird unter solchen Zumutungen unm\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Sachbuchredakteure\ngingen in den letzten Jahren dazu \u00fcber, Buchbesprechungen m\u00f6glichst am\nErscheinungstag der B\u00fccher zu drucken bzw. zu senden. Wenn man die Druckfahnen\nvon den Verlagen nicht vorweg bekommt, wird das Rezensieren ein Wettlauf mit\nder Lesezeit, in dem die Qualit\u00e4t der Besprechungen zwangsweise auf der Strecke\nbleibt. Dazu drei Beispiele.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nFeuilletonchef einer Wochenzeitung charakterisierte sein Rezept f\u00fcr Sachbuchbesprechungen\nso: \u201eRhapsodische, kursorische Lekt\u00fcre. Bei Sachb\u00fcchern befriedigt eine solche\nLekt\u00fcre immer dann, wenn das Buch ein Personenregister enth\u00e4lt\u201c. Im Klartext:\nF\u00fcr Sachb\u00fccher gen\u00fcgt das name-droping, Inhalt und Niveau des Buches sind irrelevant\nund richtig lesen muss man es schon gar nicht. Er lie\u00df dem Modell\ndankenswerterweise auch gleich ein Muster folgen. Sein Sachbuchrezensent gab\nden Buffo vom Dienst und arbeitete f\u00fcnf Sachb\u00fccher auf einen Streich auf ganzen\n150 Zeilen ab \u2013 f\u00fcr insgesamt fast 1400 Buchseiten. Die zweil\u00e4ngste Besprechung\ngalt einem Buch, das mit einem seri\u00f6sen Sachbuch etwa so viel gemein hat wie\neine Vorabend-Schnulze mit einem Shakespeare-St\u00fcck. Die k\u00fcrzeste Besprechung \u201ekritisierte\u201c\nauf ganzen 29 Zeilen eine gehaltvolle historisch-biografische Monografie.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Z\u00fcrcher\n\u201eTages-Anzeiger\u201c (16.8.2016) rezensierte ein Autor in einem Aufwasch acht\nB\u00fccher von rund 4000 Seiten Gesamtumfang mit 8000 Zeichen, also etwa zwei\nBuchstaben pro Buchseite.&nbsp; \u201eSchwarze\nUtopien\u201c so das Thema der Sammelbesprechung. <\/p>\n\n\n\n<p>Als\nRezensent bekommt man gelegentlich regelrecht unanst\u00e4ndige Anfragen: \u201eK\u00f6nnen\nSie das Buch bis Mittwoch besprechen?\u201c, wird man am Montag gefragt. Es handelte\nsich um eine wissenschaftliche Monografie von 600 Seiten. Im Besprechungswesen\nvieler Feuilletons sind schwarze Zeiten der Alltag und die Frage nach der\nQualit\u00e4t unbekannt. Die redaktionellen Restverwalter der \u201eFrankfurter\nRundschau\u201c ersetzen Rezensionen seit Jahren weitgehend durch Interviews mit dem\nBuchautor, also Kritik durch Selbstdarstellungspirouetten. Der Interviewer kann\nsich die Lekt\u00fcre sparen und trotzdem eine Doppelseite f\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Personal- und Geldmangel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem\nZeitdruck h\u00e4ngt nat\u00fcrlich der Personalmangel zusammen. Redaktionen wurden\nregelrecht ausged\u00fcnnt,die verbliebenen festangestellten Redakteure arbeiten wie\nSchreibmaschinen, denn aus Geldmangel (dazu gleich mehr) wurden die freien\nMitarbeiter weggespart. Die verbliebenen \u201eSchreibmaschinen\u201c schreiben und\nschreiben und f\u00fcllen das Blatt. Das geht nur mit gro\u00dfen Bildern und\nsubstanzlosen Interviews.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nGeldmangel schlie\u00dflich als erste und letzte Produktionsbedingung bei den\nPrintmedien steuert alles nach unten \u2013 von der Qualit\u00e4t bis zum intellektuellen\nNiveau. Die Steuerungsfunktion des Geldes bestimmt die Beerdigungsformen des\nQualit\u00e4tsjournalismus. Ein Zauberwort dabei lautet \u201eKooperation\u201c. Wie sieht Qualit\u00e4tserhaltung\ndurch \u201eKooperation\u201c aus?\n\nIm Z\u00fcrcher Tamedia-Konzern erscheint auch der\nehedem linksliberale \u201eTages-Anzeiger\u201c. Weil der Konzern \u00fcber die H\u00e4lfte seines\nUmsatzes nicht mehr im Printgesch\u00e4ft verdient, sondern mit allerhand\nNetzaktivit\u00e4ten, musste die Zeitung \u201esaniert\u201c werden, mit Stellen-, Honorar-\nund Etatk\u00fcrzungen. Der Medienkonzern Springer folgt dem gleichen Rezept:\nPrint-Journalismus ist zu teuer, bringt keinen Profit mehr und ist nur noch ein\nAuslaufmodell. Deshalb steigern die Konzerne den Anteil an Digital-Gesch\u00e4ften\nmit dem Geld, das sie dem Printsektor entziehen. Das l\u00e4sst Printmedien\nausbluten, ohne die Qualit\u00e4t des Digitaljournalismus anzuheben, denn das\nNetz-Engagement der Konzerne hat mit Geldverdienen viel, mit Journalismus fast\nnichts mehr zu tun. Bei Springer, der als Vorbild gilt, betr\u00e4gt der Anteil der\nNetz-Gesch\u00e4fte bereits 60 Prozent. Tamedia etwa investierte in den letzten\nJahren eine Milliarde Franken in digitale M\u00e4rkte und trocknete daf\u00fcr den\n\u201eTages-Anzeiger\u201c f\u00f6rmlich aus \u2013 bis zur Schrumpfung des Chefredakteurspostens\nauf eine halbe Stelle. Im Unterschied zur NZZ, wo die Redaktionsmitglieder\nFront machten gegen die kapitalistische Rationalisierung und politische\nUmpolung des Betriebs verhielt sich die Redaktion des \u201eTages-Anzeigers\u201c\nopportunistisch gegen\u00fcber der Gesch\u00e4ftsleitung und schwieg zu den Entlassungen\nund zur finalen \u201eFrei\u201cstellung der ohnehin schon \u201efreien\u201c Mitarbeiter. Diese\nwie auch Auslandkorrespondenten wurden ersetzt durch \u201eKooperations\u201cvertr\u00e4ge des\nBlattes mit zum Teil stockkonservativen Zeitungen wie \u201eLe Figaro\u201c, \u201eDie Welt\u201c und\n\u201eLe Soir\u201c. Man druckt jetzt in Z\u00fcrich einfach kosteng\u00fcnstig nach, was die\nrechten \u201eKooperations\u201cbl\u00e4tter gerade so anbieten. Eine Uniformierung der\nZeitungsvielfalt ist so absehbar.\n\n\n\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Rudolf Walther<\/p>\n<p>Zu diesen Bedingungen, die die journalistische Arbeit ma\u00dfgeblich beeinflussen, geh\u00f6ren: 1. Geldmangel, 2. Personalk\u00fcrzungen, 3. Zeitdruck, 4. Platzmangel und 5. modische Trends und Marotten. Diese f\u00fcnf Faktoren h\u00e4ngen zusammen und verst\u00e4rken sich gegenseitig oder bilden nur Vor- und R\u00fcckseite einer Medaille \u2013 etwa beim Nexus von Geldmangel und Personalk\u00fcrzungen. <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/401"}],"collection":[{"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=401"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/401\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":402,"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/401\/revisions\/402"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=401"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=401"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=401"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}