{"id":508,"date":"2021-06-08T16:21:30","date_gmt":"2021-06-08T14:21:30","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.links-netz.de\/?p=508"},"modified":"2021-06-08T16:21:30","modified_gmt":"2021-06-08T14:21:30","slug":"was-von-der-zerocovid-initiative-zu-halten-ist","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wp.links-netz.de\/?p=508","title":{"rendered":"Was von der ZeroCovid-Initiative zu halten ist *"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><strong>Karl Reitter<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p>Sozialpsychologisch\nist der Zeitpunkt der sogenannten ZeroCovid-Initiative Mitte Januar 2021\ndurchaus verst\u00e4ndlich. Nach bald einem Jahr Einschr\u00e4nkungen und Verboten mit\nmassiven Folgesch\u00e4den auf allen Ebenen ist die Ersch\u00f6pfung gro\u00df. Man kann und\nwill nicht mehr. Der eigentlich ausl\u00f6sende Faktor d\u00fcrfte die tiefe Entt\u00e4uschung\nangesichts der Impfung sein. \u00bbDer Erl\u00f6ser des Jahres 2021 hei\u00dft \u203aDie Impfung\u2039\u00ab,\nschrieb ich im November 2020. Nun ist sie da, mit all den zu erwartenden\nProblemen, aber immerhin. Aber die Erl\u00f6sung ist nicht eingetreten. Es wird wohl\nnoch Monate dauern, bis die gesamte Bev\u00f6lkerung durchgeimpft werden wird. In\nwelchem Ausma\u00df sie tats\u00e4chlich Neuinfektionen verhindert, ist ungewiss, ebenso,\nob bestimmte Gruppen der Bev\u00f6lkerung trotz Impfung Monate sp\u00e4ter erkranken oder\nzumindest das Virus weiterverbreiten k\u00f6nnten. Daher nun der Hilfeschrei\u200a:\nLieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Propagandistisch ist\ndiese Initiative durchaus als Erfolg zu bezeichnen. Fast 100.000 Unterschriften\nunter den Forderungskatalog und zahlreiche Erw\u00e4hnungen in den Medien sprechen\nf\u00fcr sich. Was erregte eigentlich die Aufmerksamkeit\u200a? Es finden sich im Aufruf\ndurchaus unterst\u00fctzenswerte Forderungen wie der Ausbau des Gesundheitswesens,\ndie Entkoppelung der Impfstoffproduktion von der Profiterzielung, die Forderung\neiner europaweiten \u00bbCovid-Solidarit\u00e4tsabgabe auf hohe Verm\u00f6gen,\nUnternehmensgewinne, Finanztransaktionen und die h\u00f6chsten Einkommen\u00ab. W\u00e4re das\nder bestimmende Inhalt des Aufrufs gewesen, so h\u00e4tte deswegen kaum jemand den\nKopf gehoben. Zudem sind diese Abschnitte auch vage und unbestimmt formuliert\nund lassen viele Fragen offen. Aber darum geht es nicht. Wirkliches Aufsehen\nerregte diese Initiative durch den eigentlichen Kern der Forderungen\u200a: ZeroCovid. Die Null fasziniert.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00bbDas Ziel darf\nnicht in 200, 50 oder 25&nbsp;Neuinfektionen bestehen&nbsp;\u2013 es muss Null\nsein.&nbsp;(\u2026) Das erste Ziel ist, die Ansteckungen\nauf Null zu reduzieren. Um einen Ping-Pong-Effekt zwischen den L\u00e4ndern und\nRegionen zu vermeiden, muss in allen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern schnell und\ngleichzeitig gehandelt werden.&nbsp;(\u2026) Shutdown hei\u00dft\u200a: Wir\nschr\u00e4nken unsere direkten Kontakte auf ein Minimum ein \u2013 und zwar auch am\nArbeitsplatz\u200a! Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnen nicht erfolgreich sein, wenn sie nur auf\ndie Freizeit konzentriert sind, aber die Arbeitszeit ausnehmen. Wir m\u00fcssen die\ngesellschaftlich nicht dringend erforderlichen Bereiche der Wirtschaft f\u00fcr eine\nkurze Zeit stilllegen. Fabriken, B\u00fcros, Betriebe, Baustellen, Schulen m\u00fcssen\ngeschlossen und die Arbeitspflicht ausgesetzt werden. Diese Pause muss so lange\ndauern, bis die oben genannten Ziele erreicht sind.\u00ab\u200a<a href=\"#_edn1\">[1]<\/a>\n(Hervorhebungen im Original)<\/p>\n\n\n\n<p>Ich halte diese\nInitiative in jeder Hinsicht f\u00fcr katastrophal. Ich beginne meine Argumentation\nmit der Frage, welche Analyse liegt diesem Aufruf eigentlich zugrunde\u200a? Sie ist\nergreifend simpel und naiv. Keines der oben skizzierten Momente eines\nautorit\u00e4ren Staatshandelns wird angesprochen, kein Wort von den Folgesch\u00e4den,\ngez\u00e4hlt werden die Toten durch Corona, alles andere existiert nicht. Die\nEinsch\u00e4tzung eines seit Jahrzehnten nicht in dieser Intensit\u00e4t praktizierten\nAusnahmezustandes wird auf folgenden Punkt reduziert\u200a: Der im Interesse der\nWirtschaft agierende Staat sei unwillig und unf\u00e4hig zu einem wirklich wirksamen\nLockdown. Also m\u00fcssen \u00bbwir\u00ab das solidarisch und demokratisch machen. Das war\u2019s.\nMehr ist nicht. Zwei ProtagonistInnen dieses Aufrufs wiederholen in einem\nKommentar diese Sichtweise\u200a: \u00bbDie herrschende Pandemiepolitik zielt nicht\ndarauf ab, die Infektionsdynamik einzud\u00e4mmen, sondern&nbsp;\u2013 stets die\nKapitalinteressen im Blick&nbsp;\u2013 diese gerade so runterzudr\u00fccken, dass das\nGesundheitssystem nicht komplett zusammenbricht, woraufhin die Regierungen\neinen massiven Vertrauensverlust erleiden w\u00fcrden\u00ab, schreiben Verena Kreilinger\nund Christian Zeller.<a href=\"#_edn2\">[2]<\/a> Auf gut Deutsch, wenn die\nBourgeoisie und ihr Staat nicht f\u00e4hig sind, COVID-19 zu beenden, muss die\nArbeiterInnenklasse auf den Plan treten. Nun sind ArbeiterInnenklasse und\nBourgeoisie uncoole Worte, die wohl bewusst nicht verwendet wurden. Das\nGemeinte wurde in einer Szene-kompatiblen Sprache ausgedr\u00fcckt. Immerhin, die\nGewerkschaften, bevorzugte Appellationsinstanz eines hausbackenen,\nsimplifizierten Klassenkampfverst\u00e4ndnisses trotzkistischer Provenienz,\u200a<a href=\"#_edn3\">[3]<\/a>\nsind pr\u00e4sent\u200a: \u00bbMit diesem Aufruf fordern wir auch die Gewerkschaften auf, sich\nentschlossen f\u00fcr die Gesundheit der Besch\u00e4ftigten einzusetzen, den Einsatz von\nBesch\u00e4ftigten f\u00fcr ihre Gesundheit zu unterst\u00fctzen und die erforderliche gro\u00dfe\nund gemeinsame Pause zu organisieren.\u00ab\u200a<a href=\"#_edn4\">[4]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Selbst diese\nreduzierte Analyse ist falsch. Es ist keineswegs so, dass der COVID-19-Staat\n\u00bbdie Kapitalinteressen\u00ab insgesamt sch\u00fctzt. Die Sachlage ist weitaus komplexer.\nDer Sozialwissenschaftler Alex Demirovi\u0107 widmet diesem Thema einen eigenen\nAbschnitt in seiner Kritik am Aufruf, betitelt \u00bbDie Kapitalinteressen sind\nvielschichtiger, als der Aufruf behauptet\u00ab. Darin hei\u00dft es unter anderem\u200a: \u00bbF\u00fcr\nden Profit kann es sinnvoll sein, die Betriebe zu schlie\u00dfen\u200a: Der Markt wird\nbereinigt, angesichts geringer Nachfrage lassen sich Kosten vermeiden,\nstaatliche Unterst\u00fctzung kassieren und die Lohnabh\u00e4ngigen, mit Kurzarbeitsgeld\nan die Unternehmen gebunden, gleichzeitig gesundheitlich sch\u00fctzen, um sie dann,\nwenn die Wirtschaft wieder anzieht, sofort in die Produktion zur\u00fcckzuholen.\u00ab\u200a<a href=\"#_edn5\">[5]<\/a>\nDer Markt wird tats\u00e4chlich bereinigt. Die COVID-19-Ma\u00dfnahmen gef\u00e4hrden Tausende\nkleine und kleinste Betriebe, w\u00e4hrend offensichtlich gro\u00dfe Ketten, nicht\nzuletzt durch massive Finanzmittel des Staates unterst\u00fctzt, die Krise\nausgesprochen gut \u00fcberstehen, ja sich daran sogar bereichern. Wie viele kleine\nLokale, Theater, Kinos, Gesch\u00e4fte, Taxiunternehmen oder Freizeitbetriebe\n\u00fcberleben werden, ist ungewiss. Ich bin nicht so pessimistisch, anzunehmen, in\nwenigen Monaten und Jahren gibt es nur noch die Wahl zwischen den verschiedenen\nFast-Food-Ketten, w\u00e4hrend das kleine Beisl am Eck endg\u00fcltig geschlossen ist.\nAber die Gefahr besteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Alfred&nbsp;J.\nNoll hat die Problematik des Staats hinsichtlich der kapitalistischen \u00d6konomie\nsehr pr\u00e4zise auf den Punkt gebracht\u200a: \u00bbDer Covid-19-Staat ist der W\u00fcrgeengel\nder kapitalistischen Produktionsweise, indem er Produktion und Konsumption \u00fcber\nweite Strecken verhindert \u2013 er macht also exakt das Gegenteil von dem, wozu er\ngeschaffen wurde.\u00ab\u200a<a href=\"#_edn6\">[6]<\/a>\nDieser Aussage widerspricht keineswegs die Tatsache, dass der Staat immer\nwieder punktuell den Interessen bestimmter Kapitalfraktionen nachgibt, wie die\nzeitweise \u00d6ffnung der Skigebiete in Tirol zeigt. Aber dass die Eind\u00e4mmung einer\ninternational globalisierten \u00d6konomie, der neu erwachende Nationalismus im\nBesonderen und der Niedergang der \u00d6konomie im Allgemeinen nicht im Interesse\ndes Kapitals sein kann, sollte doch einleuchten. Die Krise ist immer eine\nChance f\u00fcr innovative Kapitalfraktionen, neue \u00f6konomische und gesellschaftliche\nVerh\u00e4ltnisse durchzusetzen. Das war bereits 2008 so und es wird sich jetzt\nwiederholen.<\/p>\n\n\n\n<p>Detlef Hartmann\nhat die Kapitalstrategie der kreativen Zerst\u00f6rung \u2013 der Begriff stammt von\nJoseph Schumpeter \u2013 in mehreren Texten ausf\u00fchrlich beschrieben. Krise bedeutet\nSchw\u00e4che, nicht nur auf \u00f6konomischem, sondern auch auf ideologischem und\nkulturellem Gebiet. Diese Schw\u00e4che nutzen neue, innovative Kapitalfraktionen,\num neue gesellschaftliche Strukturen zu etablieren und neue soziale\nExistenzweisen durchzusetzen. Es geht um vielmehr als um blo\u00dfe Konkurrenz. Ein\ngeradezu klassisches Beispiel ist der Fahrtendienstvermittler Uber. Das alte,\ntraditionelle Taxigewerbe mit Vollzeitarbeitspl\u00e4tzen und selbstst\u00e4ndigen\nBesitzern soll neuen Scheinselbstst\u00e4ndigen weichen, die v\u00f6llig abh\u00e4ngig vom\ngro\u00dfen Konzern agieren m\u00fcssen. Ebenso hat Airbnb so gut wie das gesamte kleine\nBeherbergungsgewerbe umgew\u00e4lzt. Von einem differenzierten Blick auf die Dynamik\nder kapitalistischen \u00d6konomie angesichts der COVID-19-Ma\u00dfnahmen fehlt bei den\nZeroCovid-VerfechterInnen jegliche Spur. Die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr das\nAvantgardekapital, die sozialtechnischen Umw\u00e4lzungen weiter voranzutreiben,\nwerden nicht erkannt und nicht verstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Vage und ungekl\u00e4rt\nsind auch die geforderten Ma\u00dfnahmen, die zum Ziel ZeroCovid f\u00fchren sollen. Was\nbedeutet die Stilllegung der \u00bbnicht dringend erforderlichen Bereiche der\nWirtschaft\u00ab tats\u00e4chlich? Ich habe den Initiatoren via E-Mail mehrere Fragen\ngestellt, unter anderem auch folgende: \u00bbWas bedeutet das konkret? Werden\nLebensmittelgesch\u00e4fte geschlossen, die Lebensmittelproduktion stillgelegt?\nWerden die Post, die Zustelldienste, die M\u00fcllabfuhr, die \u00f6ffentlichen\nVerkehrsmittel, die Taxis stillgelegt?\u00ab\u200a<a href=\"#_edn7\">[7]<\/a>\nEine Antwort kam prompt, ohne auf meine Fragen nur im Geringsten einzugehen.<a href=\"#_edn8\">[8]<\/a>\nWas also die Stilllegung tats\u00e4chlich bedeutet, welches Ausma\u00df sie annehmen\nmuss, bleibt der Phantasie jeder Einzelnen \u00fcberlassen. Aber selbst das radikale\nZiel der Null-Infektionen wird in Stellungnahmen der Initiative aufgeweicht.\nDass radikale weitere Einschr\u00e4nkungen die Zahl der Infektionen herabdr\u00fccken\nk\u00f6nnen, kann gerne unterstellt werden. Aber tats\u00e4chlich null ohne Wenn und\nAber? Null Infektionen gibt es nicht einmal im als Vorbildland angepriesenen\nAustralien.<a href=\"#_edn9\">[9]<\/a>\nUnterst\u00fctzer dieser Initiative geben realistischerweise dieses Ziel ganz offen\nauf. Statt null Infektionen spricht etwa Klaus-Dieter Kolenda von einer\n\u00bbmassiven Absenkung der Infektionszahlen\u00ab.<a href=\"#_edn10\">[10]<\/a>\nDass dies m\u00f6glich ist, wird niemand bestreiten, vor allem wenn wir die massive\nZerst\u00f6rung des sozialen Lebens inklusive psychischer und physischer Leiden als\nweitete Kollateralsch\u00e4den akzeptieren. Aber damit sind wir bei einer ganz\nanderen Diskussion. H\u00e4tte die Initiative: \u00bbSenkt die Infektionszahlen massiv\u00ab\ngelautet, w\u00e4re sie kaum beachtet worden. Es ist exakt die Rede von null\nInfektionen, von der v\u00f6lligen Ausrottung des Virus, die der Initiative jene\nAura beschert, die offenbar so fasziniert. Die Vorstellung, das soziale und\ngesellschaftliche Leben so lange stillzulegen, bis die Infektionsrate absolut\nnull betr\u00e4gt, hat etwas Religi\u00f6ses an sich. Es ist ebenso irrwitzig wie zu\nmeinen, eine Welt ohne Schnupfen und Husten sei m\u00f6glich wie eine Welt ohne\nViren. Andere glauben an die Macht der Gebete, diese Initiative an die\nwunderbare Wirksamkeit von ZeroCovid-Ma\u00dfnahmen. In der Antwort auf meine\nkritischen Fragen an die InitiatorInnen schrieb mir Sabine Teng: \u00bbTheoretisch\nsind Neuinfektionen also nach drei, vier Wochen weg, wenn sich alle daran\nhalten w\u00fcrden.\u00ab So einfach ist die Welt. Drei, vier Wochen Leiden und das volle\nLeben ist uns wieder gewiss.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nVerteidigerInnen der Initiative stehen angesichts der Radikalit\u00e4t des\nangestrebten Zieles vor einem Problem. Der Shutdown macht keinen Sinn, wenn er\nnur halbherzig erfolgt, das hatten wir schon. Deswegen ist die Gegenkritik von\nAnton Stortchilov nicht \u00fcberzeugend: \u00bbDie Pandemie ist eine Angelegenheit, bei\nder alle mitmachen m\u00fcssten. Nur: Wann hat die Unwahrscheinlichkeit eines Sieges\ndie Linke je davon abgeschreckt, sich Ziele zu setzen?\u00ab\u200a<a href=\"#_edn11\">[11]<\/a>\nWas er rhetorisch \u00fcberspielt: Wenn Linke ganz konkret radikale Forderungen\nstellen, so machen diese nur dann Sinn, wenn sie auch nur teilweise umgesetzt\nwerden k\u00f6nnen. Nehmen wir als Beispiel die Forderung, die Wohnung darf keine\nWare sein. Das ist ein gro\u00dfes Ziel, kaum im Kapitalismus umzusetzen. Aber eine\nBeschr\u00e4nkung von Mieten, eine Leerstandabgabe und \u00e4hnliche Ma\u00dfnahmen sind\nkeineswegs utopisch und k\u00f6nnen auch lokal durchgesetzt werden. Bei ZeroCovid\nist es anders, alles oder nichts. Wenn nur einzelne L\u00e4nder, oder gar nur\neinzelne Gebiete die Null-Covid-Strategie umsetzten, dann ist wenig damit\nbewirkt. Die Geschwindigkeit, mit der sich der Virus \u00fcber den Globus\nausbreitete, ist beeindruckend. Es bleibt also dabei: Das Ziel einer gemeinsam\nhandelnden EU bei gleichzeitiger radikaler Abschottung gegen den Rest der Welt\nist realpolitisch naiv. Und was ist mit den Fl\u00fcchtlingen, die unter Gef\u00e4hrdung\nihres Lebens nach Europa wollen? Die auf Schlauchbooten nun auch als\nVirus-\u00dcbertr\u00e4gerInnen das freie Europa gef\u00e4hrden?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00bbDemokratie\u00ab<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein\n\u00fcbler Fehler der Linken ist es, gut klingende Phrasen zu dreschen. Diese\nUnsitte feiert im Aufruf fr\u00f6hliche Urst\u00e4nd. \u00bbDemokratie ohne Gesundheitsschutz\nist sinnlos und zynisch. Gesundheitsschutz ohne Demokratie f\u00fchrt in den\nautorit\u00e4ren Staat\u00ab, lautet es vollmundig in der Erkl\u00e4rung. Was bedeutet das\nganz konkret? Nichts. \u00bbWichtig ist, dass die Besch\u00e4ftigten die Ma\u00dfnahmen in den\nBetrieben selber gestalten und gemeinsam durchsetzen\u00ab,\u200a<a href=\"#_edn12\">[12]<\/a>\nwird im Aufruf verk\u00fcndet. Ich fragte die Initiatoren Folgendes: \u00bbDemokratie ist\nein komplexer Begriff. Ist folgende vorl\u00e4ufige Definition OK\u200a? Die Menschen\nentscheiden per Abstimmung vor Ort. Was ist nun, wenn Belegschaften,\nBetreiberInnen von Kinderg\u00e4rten und Schulen usw. sich in demokratischen\nProzessen gegen den radikalen Shutdown aussprechen, wenn sie dagegen stimmen?\u00ab\nIch bekam auch auf diese Frage keine Antwort. Offenbar wird unterstellt, wenn\nsich die Besch\u00e4ftigten im Sinne des Aufrufs entscheiden, dann ist dies\noffensichtlich Demokratie, wenn nicht, ist es eben keine. Das Vertrauen, gerade\njetzt w\u00fcrden die Massen sich mit Begeisterung dem Shutdown anschlie\u00dfen, ja ihn\nmit Nachdruck fordern, ist an Realit\u00e4tsverweigerung nicht zu \u00fcberbieten. Der\nheimliche Trotzkismus des Aufrufs ist f\u00fcr jene, die diese Str\u00f6mung kennen, offensichtlich.\nDie ArbeiterInnenklasse ist gut, wenn sie nur die richtige F\u00fchrung hat. Wenn\ndie Linke, jetzt in Form des Aufrufs, mit klarem Programm interveniere, dann\nw\u00fcrden die Massen Klarheit gewinnen und sich mit Begeisterung demokratisch f\u00fcr\nZeroCovid entscheiden. Tats\u00e4chlich geht die Stimmung bei den Menschen exakt in\ndie gegenteilige Richtung. Daher ist der Aufruf ein Appell an den Staat, den\nShutdown ohne R\u00fccksicht durchzusetzen. \u00bb#ZeroCovid nimmt den Staat in die\nPflicht, das Wohl des Menschen vor das Wohl der Wirtschaft zu stellen&nbsp;\u2013\nund den Staat in den Dienst der Menschen, nicht der Wirtschaft. Das ist am Ende\nlinke Politik\u00ab,<a href=\"#_edn13\">[13]<\/a>\nformuliert der Erstunterzeichner Malte G\u00f6bel. Wenn der letzte Funken\nrealpolitischen Verstandes nicht erloschen ist, dann ist klar, dann muss klar\nsein: ZeroCovid kann nur mit einem gnadenlosen Polizeistaat durchgesetzt\nwerden. Befremdliche Naivit\u00e4t verkn\u00fcpft sich mit Affirmation eines autorit\u00e4ren\nstaatlichen Durchgreifens.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pervertierung des Begriffs der Solidarit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Solidarit\u00e4t\nsetzt im Kern verschiedene Betroffenheit voraus. Solidarit\u00e4t ist kein Ausdruck\ndes eigenen, unmittelbares Interesses. Seine eigenen hoch individuellen\nBed\u00fcrfnisse in den Vordergrund zu stellen, hat mit Solidarit\u00e4t nichts zu tun.\nMan ist solidarisch mit Menschen und ihren Bed\u00fcrfnissen und K\u00e4mpfen, obwohl sie\nnicht unmittelbar die eigenen sind. Wir sind solidarisch mit \u00bbBlack Lives\nMatter\u00ab, obwohl wir keine Schwarzen und nicht von rassistischen Cops in den USA\nbedroht sind. Wir sind auch als M\u00e4nner solidarisch mit dem Kampf polnischer\nFrauen f\u00fcr das Recht auf Schwangerschaftsabbruch, obwohl wir nicht schwanger\nwerden k\u00f6nnen. Wir sind solidarisch mit den Streiks der N\u00e4herinnen in\nBangladesch, obwohl ihre und unsere Lebenswirklichkeiten v\u00f6llig verschieden sind.\nSolidarit\u00e4t ist von der Einsicht getragen, dass es einen gemeinsamen Gegner,\neinen gemeinsamen Feind gibt, auch wenn man aktuell von ihm nicht attackiert\noder bedroht wird. Solidarit\u00e4t ist Ausdruck eines Verst\u00e4ndnisses f\u00fcr die\nMechanismen sozialer und politischer Herrschaft und der Einsicht in die\nNotwendigkeit einer \u00fcbergreifenden Widerstandsfront. Jene Solidarit\u00e4t, die\nZeroCovid einklagt, ist schlichtweg dem Ich-zentrierten Bed\u00fcrfnis entsprungen,\nich und meinesgleichen m\u00f6chten nicht infiziert werden. Diese Art der\nSolidarit\u00e4t besitzt keine \u00bb\u00fcber die blanke \u00dcberlebensangst hinausgehende\nBasis.&nbsp;(\u2026) Eine Solidarit\u00e4t auf dem Standpunkt des\nKlasseninteresses&nbsp;(\u2026) unterscheidet sich fundamental von der \u203aneuen\nSolidarit\u00e4t\u2039 der pandemischen Gemeinschaft.&nbsp;(\u2026) Die \u203aneue Solidarit\u00e4t\u2039 ist\nim Sinne einer Verelendungstheorie von der Hoffnung geleitet, existenzielle\nNot, Furcht und Elend w\u00e4ren in der Lage, politisch zu mobilisieren.\u00ab\u200a<a href=\"#_edn14\">[14]<\/a> (Obermayr\n2020\u200a; 509\u200aff) Praktisch bedeutet die von ZeroCovid geforderte Solidarit\u00e4t\ngerade nicht, sich als gesellschaftlich handelndes Subjekt zu konstituieren.\nDie Appellationsinstanz ist der Staat, der als verk\u00f6rperte Vernunft endlich zum\nguten Herrscher wird. \u00bbDas ist am Ende linke Politik\u00ab, meint Malte G\u00f6bel.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Realpolitik\u200a?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Realpolitisch bedeutet ZeroCovid\u200a: Wir fordern etwas, was realpolitisch nicht durchzusetzen ist. Weder werden sich die zerstrittenen EU-Staaten, die sich im Modus \u00bbRette sich wer kann\u00ab befinden, synchron und gemeinsam auf derart radikale Ma\u00dfnahmen einigen k\u00f6nnen, noch werden viele Menschen da mitspielen wollen \u2013 und auch nicht mehr k\u00f6nnen. Aber eines ist gewiss: Der autorit\u00e4re COVID-19-Staat hat seine linke Flankendeckung bekommen. Zudem wurde Zwist und Hader innerhalb der Linken in einem Ausma\u00df ges\u00e4t, welches die Konflikte um Israel\/Pal\u00e4stina fast schon \u00fcbersteigt. Und Linksliberale k\u00f6nnen feixen: \u00bbSo ist die Linke, blau\u00e4ugig und naiv, zugleich autorit\u00e4r und staatsh\u00f6rig.\u00ab Mehr ist realpolitisch nicht drinnen, das aber gewiss. Immerhin k\u00f6nnen sich die InitiatorInnen in der Bedeutung sonnen, die sie im Fr\u00fchjahr 2021 medial errungen haben und ihren Enkelkindern erz\u00e4hlen: \u00bbWichtig waren wir damals schon.\u00ab<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">*Bei dem Beitrag handelt es sich um einen Auszug aus folgendem Text: Reitter, Karl (2021): Die Linke und die Angst vor Corona. In: Hofbauer, Hannes\/Kraft, Stefan (Hrsg.): Herrschaft der Angst. Wien: Promedia.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ednref1\"><sup>[1]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; https:\/\/zero-covid.org\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ednref2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; https:\/\/mosaik-blog.at\/zerocovid-gesundheitspolitk-corona\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ednref3\"><sup>[3]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Dass ein Teil der ProtagonistInnen\neinen trotzkistischen Hintergrund haben ist ein offenes Geheimnis.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ednref4\"><sup>[4]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; https:\/\/zero-covid.org\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ednref5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; https:\/\/www.akweb.de\/bewegung\/zerocovid-warum-die-forderung-nach-einem-harten-shutdown-falsch-ist\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ednref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Noll,&nbsp;J.&nbsp;Alfred, Seuchenzeit\u200a: der Staat als ideeller\nGesamtkapitalist, in\u200a:\nHofbauer, Hannes\/\u2005Kraft,\nStefan&nbsp;(Hg.)\u200a:\nLockdown 2020, Wie ein Virus dazu benutzt wird, die Gesellschaft zu ver\u00e4ndern,\nWien 2020, S.&nbsp;93<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ednref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; E-Mail am 18.&nbsp;J\u00e4nner 2021 an\nzerocovid@gmx.net<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ednref8\"><sup>[8]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Guten Tag, Herr Reitter, vielen Dank\nf\u00fcr Ihre R\u00fcckmeldung. Ich kann im Moment nur kurz antworten, da wir sehr viele\nAnfragen haben und alle z\u00fcgig beantworten m\u00f6chten. Wir werden Schritt f\u00fcr\nSchritt ausf\u00fchrliche Informationen auf unsere Homepage stellen. Wie lange der\nShutdown sein muss, um die Zahlen der Neuinfektionen herunter zu bringen, h\u00e4ngt\ndavon ab, wie hoch die Zahlen zu Beginn sind und wie viele sich daran halten.\nRigide Kontrollen gab es in Australien und Neuseeland nicht. Infizierte sind\nrund 14&nbsp;Tage ansteckend. Theoretisch sind Neuinfektionen also nach drei,\nvier Wochen weg, wenn sich alle daran halten w\u00fcrden. Wir sind nicht weltfremd,\ndaher gehen wir nicht davon aus. Solange neu Infizierte isoliert und die\nKontaktverfolgung l\u00fcckenlos funktioniert, wird das Virus einged\u00e4mmt. ZeroCovid\nist ein Konzept zum \u00d6FFNEN, nicht zum Schlie\u00dfen. In den L\u00e4ndern, in denen es\numgesetzt wird, geht das Alltagsleben nach dem Shutdown ganz normal weiter. Es\ngibt Kultur, Schulen, Konzerte, Gro\u00dfveranstaltungen, Sport&nbsp;\u2026 Ganz\nAustralien hat seit Monaten t\u00e4glich eine Handvoll Neuinfektionen. Der\nWirtschaftseinbruch, die gesellschaftlichen und pers\u00f6nlichen Kosten werden so\nminimiert. Und Menschenleben gerettet. Niemand stirbt in AU, NZ, Vietnam oder\nThailand an Covid. Die \u00d6ffnung erfolgt schrittweise, \u00fcber sogenannte \u00bbgr\u00fcne\nZonen\u00ab, flankiert von Reisebeschr\u00e4nkungen, um das Virus nicht wieder\neinzuschleppen. ZeroCovid funktioniert auf Inseln, auf Kontinenten und in\nBinnenl\u00e4ndern. Beste Gr\u00fc\u00dfe Sabine Teng<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ednref9\"><sup>[9]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; https:\/\/www.corona-in-zahlen.de\/weltweit\/australien\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ednref10\"><sup>[10]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Ist-eine-Null-Covid-Strategie-sinnvoll-aber-nicht-durchfuehrbar-5041989.html?seite=all<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ednref11\"><sup>[11]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/stortchilov\/eine-frage-des-wollens<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ednref12\"><sup>[12]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; https:\/\/zero-covid.org\/<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ednref13\"><sup>[13]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/ein-aufruf-fuer-endlich-mehr-solidaritaet<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><a href=\"#_ednref14\"><sup>[14]<\/sup><\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Obermayr, Linda Lilith (2020) (C)Ovid,\nMetamorphosen. Die R\u00fcckkehr ins Goldene Zeitalter, in\u200a: Zeitschrift f\u00fcr\nPraktische Philosophie Band&nbsp;7, Heft&nbsp;2, S.&nbsp;509\u200aff.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Karl Reitter<br \/>\nSozialpsychologisch ist der Zeitpunkt der sogenannten ZeroCovid-Initiative Mitte Januar 2021 durchaus verst\u00e4ndlich. Nach bald einem Jahr Einschr\u00e4nkungen und Verboten mit massiven Folgesch\u00e4den auf allen Ebenen ist die Ersch\u00f6pfung gro\u00df. Man kann und will nicht mehr. Der eigentlich ausl\u00f6sende Faktor d\u00fcrfte die tiefe Entt\u00e4uschung angesichts der Impfung sein.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[23],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/508"}],"collection":[{"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=508"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/508\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":509,"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/508\/revisions\/509"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=508"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=508"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/wp.links-netz.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=508"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}