{"id":965,"date":"2026-05-15T18:03:37","date_gmt":"2026-05-15T16:03:37","guid":{"rendered":"http:\/\/wp.links-netz.de\/?p=965"},"modified":"2026-05-15T18:03:37","modified_gmt":"2026-05-15T16:03:37","slug":"ambivalenz-der-empathie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wp.links-netz.de\/?p=965","title":{"rendered":"Ambivalenz der Empathie"},"content":{"rendered":"\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Tsafrir Cohen<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><em>Am 7. und 8. Mai veranstaltete die Stiftung medico international in Frankfurt a.M. ihr j\u00e4hrliches Symposion mit dem Titel \u201eKalte Zeit. Zur Ambivalenz der Empathie\u201c.\u00a0 Empathie ist die F\u00e4higkeit und Bereitschaft, andere Menschen, ihre Interessen, Gef\u00fchle, Vorstellungen und Lebensweisen zu verstehen. Dies ist die Grundlage aller universalistischen Bestrebungen und bildet nicht zuletzt eine wesentliche Voraussetzung f\u00fcr eine Realisierung allgemeiner Menschenrechte. Aktuell ist immer deutlicher zu sehen, dass autorit\u00e4re Regierungen und Bewegungen der Empathie den Krieg erkl\u00e4rt haben und einen systematischen Anti-Universalismus propagieren. Gleichzeitig weist der Empathiebegriff aber auch eine Ambivalenz auf. Er kann auch anti-universalistisch eingesetzt werden, wenn er sich eingeschr\u00e4nkt auf spezifische Gruppen oder Klassen richtet und damit der Diskriminierung und Ausgrenzung dient. So spielt er auch in rassistischen und rechtspopulistischen Bestrebungen und Bewegungen eine wichtige Rolle.<\/em> <em>Wir dokumentieren hier die Eingangsworte von Tsafrir Cohen, dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der medico-Stiftung zu der Veranstaltung.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr eine Hilfs- und Menschenrechtsorganisation ist Empathie die Grundvoraussetzung ihrer Existenz und \u2013 Legitimit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Empathie ist die F\u00e4higkeit, sich in einen anderen hineinzuversetzen und sie oder ihn als das Kontinuum des eigenen Selbst zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Empathie ist das Fundament des Sozialen; des Gesellschaftlichen; der Solidarit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Universalismus, Internationalismus sind ohne Empathie nicht vorstellbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf unserem Plakat, das zu diesem Symposium einl\u00e4dt, ist eine Kettens\u00e4ge angedeutet. Wer hat wann diese Kettens\u00e4ge an das angelegt, was die Menschlichkeit der Menschheit ausmacht? An die Empathie, die Barmherzigkeit, das Mitleid?<\/p>\n\n\n\n<p>War es 1973, als die chilenischen Milit\u00e4rs das demokratisch gew\u00e4hlte sozialistische Experiment unter Salvador Allende gewaltsam beendeten und zehn Jahre sp\u00e4ter mit einer durch und durch neoliberalen Verfassung endg\u00fcltig jeder sozialen Umw\u00e4lzung den Garaus machen wollten?<\/p>\n\n\n\n<p>Oder war es 1987, als sich Margret Thatcher mit dem Satz in die Geschichtsb\u00fccher eintrug: \u201e<em>There is no such a thing as society<\/em>\u201d?<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erleben seit diesen grundst\u00fcrzenden Ereignissen einen Siegeszug des Neoliberalismus. Er hat die Grundlagen daf\u00fcr gelegt, dass Menschlichkeit zu einem Werkzeug der instrumentellen Vernunft degradierte. L\u00e4ngst sprechen wir von <em>Human Ressources<\/em> oder Humankapital anstatt von Menschen \u2013 mit ihren professionellen und pers\u00f6nlichen M\u00f6glichkeiten, von ihren Eigenheiten und Unberechenbarkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch f\u00fchren Politiker:innen die Menschenrechte im Munde, doch genutzt werden sie zumeist als Soft Power zur Durchsetzung knallharter Interessen.<\/p>\n\n\n\n<p>So ergeht es auch unseren Gef\u00fchlswelten. Diese gelten gemeinhin als pers\u00f6nliche Angelegenheit. Doch sind unsere Gef\u00fchle in den letzten Jahren \u2013 und insbesondere seit dem verheerenden Hamas-Angriff auf den S\u00fcden Israels und der genozidalen israelischen Antwort \u2013 zu einer selektiven und von oben verordneter Technik geworden. Die Empathie mit den Geiseln, den Opfern des Hamas-Angriffs und ihren Angeh\u00f6rigen ist Teil der deutschen \u201eStaatsr\u00e4son\u201c und damit der kollektiven deutschen Identit\u00e4t. Die Empathie mit den Opfern und ihren Angeh\u00f6rigen in Gaza hingegen ist ein geradezu unzul\u00e4ssiges Gef\u00fchl. Verl\u00e4sst es die privaten vier W\u00e4nde und betritt den \u00f6ffentlichen Raum, wird es schnell als antisemitisch verurteilt.<\/p>\n\n\n\n<p>Solch selektive Empathie ist das Wechselgeld des sich herausbildenden Kriegsregimes, das seit dem russischen Angriff auf die Ukraine Teil einer moralischen Ordnung zur Verteidigung der westlichen Hegemonie geworden ist. Empathie mit der Ukraine ist gefordert; Empathie mit den ukrainischen Soldat:innen, die zu Hunderttausenden an der Front sinnlos sterben, hingegen unerw\u00fcnscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch Empathie mit den Opfern von Naturkatastrophen ist Teil der moralischen Ordnung. Denken wir an das gro\u00dfe Erdbeben 2010 in Haiti, das weltweit Gef\u00fchle des Entsetzens und eine gro\u00dfe Spendenbereitschaft ausl\u00f6ste. Mit den Menschen in Haiti heute gibt es hingegen keinerlei Empathie, obwohl sie in \u00e4hnlich schrecklichen Zust\u00e4nden \u00fcberleben wie kurz nach dem Erdbeben und sich die katastrophische Situation in Haiti wesentlich der seit dem Erdbeben eingef\u00fchrten, \u00e4u\u00dferen Verwaltung durch die USA und die UNO verdankt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier w\u00fcrde Empathie also die Erkenntnis der eigenen Verwicklung voraussetzen. Die Forderung nach Empathie mit den Hungernden in Sudan ist so richtig wie kalkuliert. In der deutschen medialen Debatte dient sie fast nur zur Relativierung und Legitimierung der israelischen Kriegsverbrechen in Gaza, in der Westbank, im Libanon und ihrer deutschen politischen wie milit\u00e4rischen Unterst\u00fctzung. Damit ist die Empathie mit den Menschen im Sudan, die dem Entsetzen \u00fcber die dortigen Verbrechen folgt, von Anfang an instrumentalisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage, wie es zu diesen Verbrechen kommen konnte und welchen Anteil die politische Weltordnung daran hat, in der wir die letzten fast 40 Jahre lebten, bleibt au\u00dfen vor. Das nimmt den Raum zu handeln. Wir bewegen uns ausschlie\u00dflich auf der Ebene der Moral.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ist kein Zufall. Denn die moralische Ordnung des Westens, die sich infolge von Krieg und Holocaust entfaltete, ist mit dem israelischen Vorgehen in Gaza und seiner Unterst\u00fctzung durch die wichtigsten westlichen M\u00e4chte in eine tiefe Krise geraten. Zu ihrer Aufrechterhaltung wird ein \u2013 hier zitiere ich die j\u00fcdisch-US-amerikanisch-deutsche Philosophin Susan Neiman \u2013 \u201ephilosemitischer McCarthyismus\u201c praktiziert, der insbesondere in den USA und in Deutschland die unabh\u00e4ngige Zivilgesellschaft zerst\u00f6rt, die zuvor ein Aush\u00e4ngeschild dieser Staaten war.<\/p>\n\n\n\n<p>Von der instrumentellen Vernunft des Neoliberalismus, der alle menschlichen Eigenschaften und F\u00e4higkeiten dem Markt zuf\u00fchrt und sie so ihrer Eigenheit beraubt, ist der Weg zu staatlich verordneten \u201crichtigen\u201c und \u201cfalschen\u201c Gef\u00fchlen nicht automatisch vorgezeichnet. Aber zweifellos hat sie der Verbetriebswirtschaftlichung unserer Gef\u00fchlswelten den Weg geebnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem die kollektiven Subjekte die Empathie in universelle Solidarit\u00e4t verwandeln konnten oder sollten in der Fragmentierung der globalisierten Gesellschaften verloren gegangen sind, stehen wir nun allein da mit unseren Gef\u00fchlen. Sie vergesellschaften sich unter den heutigen Bedingungen nur schwer. Vor allem dort, wo autokratische Herrschaftsmethoden die Einzelnen mit v\u00f6llig neuen Methoden der staatlichen \u00dcberwachung kontrollieren und verfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist deshalb kein Zufall, dass die Stiftung medico international in Frankfurt einem wichtigen Ort der politischen Verst\u00e4ndigung, also auch einem Ort zur Vergesellschaftung unserer Empathie, zum Weiterleben verholfen hat. Die Stiftung hat das Haus in der Frankfurter Innenstadt gekauft, in dem der Club Voltaire seit 1962 dem alternativen politischen Diskurs, aber auch der Musik, der Kultur und der Begegnung ein Zuhause gegeben hat. Damit ist seine Fortexistenz gesichert.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist ebenfalls kein Zufall, dass medico diese Rolle zufiel. Denn die Verteidigung der sozialen Beziehungen &#8211; einschlie\u00dflich ihrer Eigent\u00fcmlichkeiten und Unberechenbarkeiten &#8211; ist ein wesentlicher Bestandteil unserer internationalistischen Arbeit. Dem Versuch, die Hilfe in ein Produkt zu verwandeln, das sich mit betriebswirtschaftlichen Kennziffern auf Effizienz trimmen l\u00e4sst, stellen wir auch heute noch die Idee der kritischen Sozialarbeit gegen\u00fcber. Sie verweigert sich allen Versuchen der Entpolitisierung des Sozialen und ist sich der Ambiguit\u00e4t des Helfens bewusst:<\/p>\n\n\n\n<p>Hilfe verteidigen, kritisieren, \u00fcberwinden. Sie kennen den medico-Leitsatz. Dieser Leitsatz hat uns zu einem politischen Verst\u00e4ndnis unserer Arbeit verholfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn wir uns eingestehen m\u00fcssen, dass die Chancen auf eine tiefgreifende strukturelle Ver\u00e4nderung, auf eine grundlegen \u00c4nderung der Welt im Ganzen, die Hilfe nur noch im Einzelfall n\u00f6tig macht, so schlecht stehen wie selten. Die Abschaffung der Hilfe betreibt heute der Rupture-Kapitalismus von Trump, Milei und Netanjahu. Es ist eine Art Blitzkrieg gegen die Menschlichkeit, der heute weltweit stattfindet. Hilfe und damit eine Form der Solidarit\u00e4t auf so offene und brutale Weise anzugreifen, wie das heute geschieht, gelingt nur, wenn man das Mitgef\u00fchl, die Empathie ins Visier nimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Deshalb stehen wir heute nicht nur vor der Aufgabe, die Hilfe zu verteidigen, sondern auch die Empathie und damit die Menschlichkeit. Teil dieser Aufgabe ist es aber auch, die selektive Empathie, die politisch instrumentalisierte Empathie, die heute so gern praktiziert wird, zu kritisieren. Denn diese \u201eEmpathie\u201c meint nur Mitgef\u00fchl mit der eigenen Sippe, dem Clan, der sogenannten Volksgemeinschaft oder dem sich immer wieder bildenden neokolonialen Kollektiv mit seinem von ihm beanspruchten Recht auf \u00dcberlegenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erleben nicht zum ersten Mal in der Geschichte, dass die Menschlichkeit der Menschheit zur Disposition steht. Das Ende der Humanit\u00e4t ist im 20. Jahrhundert &#8211; ausgehend von Deutschland, von Europa, dann von den USA &#8211; mehrfach durchdekliniert worden: in zwei Weltkriegen, in Auschwitz, im Gulag, in Hiroshima und Nagasaki. Deutschland hat ohne Zweifel historisch einen erheblichen Teil dieser Entmenschlichung mitverursacht. Die Lehren aus diesen Verbrechen, das \u201eNie Wieder\u201c, das f\u00fcr jedes Menschheitsverbrechen gilt, dann das Ende des Kolonialismus. Die T\u00fcren schienen f\u00fcr eine gerechtere, menschlichere Welt ge\u00f6ffnet. Auch Deutschland bekam in diesem Prozess noch einmal die Chance, sich hin zu einer weltoffenen, demokratischen Gesellschaft zu wandeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein letztes Aufflackern dieser Idee zeigte sich im Sommer der Migration, als an allen Bahnh\u00f6fen Menschen standen, um Gefl\u00fcchtete willkommen zu hei\u00dfen. Das wiederholte sich mit den Gefl\u00fcchteten aus der Ukraine nach dem russischen \u00dcberfall. Aber die Politik hat sich diese verbreitete Willkommensbereitschaft nicht zunutze gemacht, um eine Politik der Flucht auf Grundlage der Menschenrechte zu betreiben. Stattdessen hat sie alles daf\u00fcr getan, das Mittelmeer in ein Massengrab zu verwandeln. Ganz im Sinne der rechtsextremen Stimmung, die sich als Opfer pr\u00e4sentiert, um sich dann immer wieder durchzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese seltsame Entleerung des Politischen, das nur noch sich selbst verwaltet, l\u00e4sst sich allseits beobachten. Sie treibt kuriose Bl\u00fcten, wie im Umgang mit einem gestrandeten Wal. Offenkundig kann nur die Unvernunft heute Politik beeinflussen und vor sich hertreiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie kann eine Organisation, die um die politischen Rahmenbedingungen der Hilfe wei\u00df, sich unter diesen Umst\u00e4nden bewegen? Wie k\u00f6nnen wir arbeiten, wenn der Resonanzraum des Politischen auf eine solche Weise verkommen ist? Wenn das fundamentale Zerbrechen der Nachkriegsordnung eben auch ein Zerbrechen der moralischen Ordnung darstellt? Wenn vor unseren Augen und mit Beteiligung der herrschenden Politik ein V\u00f6lkermord in Gaza oder die Vertreibung von einer Million Libanesinnen und Libanesen im S\u00fcdlibanon und die Zerst\u00f6rung ihrer D\u00f6rfer und St\u00e4dte durch die israelische Armee stattfindet und zugelassen wird?<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6glich ist diese Entwicklung auch durch ein sich verbreitendes Freund-Feind-Schema, das Empathie nicht f\u00fcr alle gelten l\u00e4sst. Hier verbindet sich die Entledigung der Empathie mit dem Kriegsregime. Wir k\u00f6nnen nicht mit dem Feind empathisch sein, er ist b\u00f6se. Wir k\u00f6nnen auch nicht mit dem Feind verhandeln, er ist b\u00f6se. Weil wir gut sind, weil wir Werte und Moral vertreten, k\u00f6nnen wir nicht verhandeln oder empathisch sein, sondern wir m\u00fcssen siegen. Frieden, Moral und Empathie k\u00f6nnen wir nur durch den Krieg retten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Aufgabe seiner Zivilit\u00e4t verspielt Europa nicht nur den Frieden, sondern auch die Demokratie. Errungenschaften, die in 80 Jahren voller schwieriger Verst\u00e4ndigungsprozesse erarbeitet wurden, werden geopfert.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil wir nicht anders k\u00f6nnen? Die Angst, die die Kriegsdrohungen aus Moskau, bis hin zum Atombombeneinsatz in Europa, ausl\u00f6st, ist nachvollziehbar. Aber geht es hier wirklich nur um die Angst vor einem milit\u00e4rischen Angriff? Lassen sich die Ursachen f\u00fcr so gravierende Entwicklungen, wie wir sie zurzeit erleben, reduzieren auf die Angst vor einem \u00e4u\u00dferen Feind? Nein, das blendet die Dynamiken im Inneren und weitere Ver\u00e4nderungen in der Welt, die zum Autoritarismus dr\u00e4ngen, aus. Dabei galt bereits die nun untergehende sogenannte regelbasierte Ordnung auf der Macht der Ausnahme. V\u00f6lkerrecht und Menschenrecht galt eben nicht f\u00fcr alle. Sp\u00e4testens mit dem US-gef\u00fchrten Krieg gegen den Terror begann der Abstieg in eine Welt des St\u00e4rkeren, vor der wir heute ohnm\u00e4chtig stehen. Diese Ohnmacht k\u00f6nnen wir nicht \u00fcberspringen. Und auch die K\u00e4lte in Deutschland wird mit dieser Regierung erst einmal bleiben. Es herrscht das Kriegsregime, das uns die Angst vor den Russen einjagt und den deutschen Sozialvertrag aufk\u00fcndigt. In solchen Zeiten brauchen sich institutionalisierte Formen der Solidarit\u00e4t und menschliche Empathie ungeheuer rasch auf.<\/p>\n\n\n\n<p>Umso wichtiger erscheint es mir, dass wir bei medico mit der Stiftung medico international ein Instrument und ein Versprechen an der Hand haben. Die Stiftung ist Instrument unserer Unabh\u00e4ngigkeit und verspricht uns, diese Unabh\u00e4ngigkeit auf Dauer zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Unabh\u00e4ngigkeit ist kein Selbstzweck. Sie ist Grundlage daf\u00fcr, Zeugnis abzulegen: Zeugnis der Notwendigkeit und der M\u00f6glichkeit einer gerechteren Welt f\u00fcr alle; Zeugnis von antikolonialen und posteurozentrischen Denkweisen, wie das der Philosoph Achille Mbembe nennt. Denkweisen, die auf die Durchl\u00e4ssigkeit setzen und nicht auf der Idee einer verlorenen Gemeinschaft oder eines nationalistischen Erbes gr\u00fcnden. Wie sich dieses Zeugnis verbreitet, ob als Flaschenpost im Sinne der Kritischen Theorie oder als wirkm\u00e4chtige Bewegung f\u00fcr das gemeinsame Bewohnen des Planeten, das ist nicht ausgemacht. Aber daran arbeiten wir.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Tsafrir Cohen<\/p>\n<p>Empathie ist die F\u00e4higkeit und Bereitschaft, andere Menschen, ihre Interessen, Gef\u00fchle, Vorstellungen und Lebensweisen zu verstehen. 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