Stirbt die Demokratie im Internet?

von Joachim Hirsch

Es gab Zeiten, da wurden große Hoffnungen auf eine demokratisierende Wirkung des Internet gesetzt, so etwa das Entstehen einer freien, nicht mehr von Staat und Medienmonopolen kontrollierten Öffentlichkeit, umfassende Recherchemöglichkeiten, ein breiter Austausch von Informationen und Meinungen, Chancen für eine Bürger*innenbeteiligung in allen wichtigen politischen Fragen, also mehr unmittelbare Demokratie und einiges andere. Was also ist passiert, dass von alledem heute kaum mehr die Rede ist?

Wie sich der Qualitätsjournalismus beerdigt und beerdigt wird

von Rudolf Walther

Zu diesen Bedingungen, die die journalistische Arbeit maßgeblich beeinflussen, gehören: 1. Geldmangel, 2. Personalkürzungen, 3. Zeitdruck, 4. Platzmangel und 5. modische Trends und Marotten. Diese fünf Faktoren hängen zusammen und verstärken sich gegenseitig oder bilden nur Vor- und Rückseite einer Medaille – etwa beim Nexus von Geldmangel und Personalkürzungen.

Hundert Jahre Rotes Wien: Selbstinszenierung einer Gegenhegemonie und was sich für „Soziale Infrastruktur“ daraus lernen lässt

von Christine Resch
Das Buch von Helmut Konrad und Gabriella Hauch (2019) Hundert Jahre Rotes Wien: Die Zukunft einer Geschichte. Wiener Vorlesungen, Bd. 193, herausgegeben für die Kulturabteilung der Stadt Wien von Daniel Löcker. Wien: Picus Verlag, macht schon aufgrund des Titels neugierig. Er verspricht, das Rote Wien in einen gesellschaftshistorischen Prozess einzuordnen und, um es vorwegzunehmen, er löst dieses Versprechen ein, soweit dies auf knapp 70 Seiten in Form zweier ausgearbeiteter Vorträge möglich ist.

Venezuela August 2018: Bleibt die Chance auf einen Dialog bestehen?

Von Ulrich Brand

Anfang April hat Nicolás Maduro die Verhandlungen mit der Opposition vorerst für gescheitert erklärt. Als Grund wird der wenige Tage vorher verschärfte Kurs der USA gegenüber der Regierung in Venezuela genannt. Der Präsident Venezuelas kündigte wenige Tage später vorgezogene und rasche Parlamentswahlen an, was für die Opposition ein Problem werden könnte.

Spanien: Woran Podemos scheitert

Von Armando Fernández Steinko

Die zentralen und regionalen Wahlen in Spanien im Jahr 2019 haben das Ende der politischen Erneuerung markiert. Diese wurde angetrieben von den Runden Tischen (Mesas de Convergencia) im Jahr 2010 und von der Bewegung 15-M im Jahr 2011, die schließlich zu den Wahlerfolgen von Podemos im folgenden Jahr führten. Wie schon beim Verfall der Vereinten Linken (Izquierda Unida) in den 1990er Jahren scheint die Organisation nicht in der Lage zu sein, eine grundlegende Debatte über die Ursachen ihres rapiden Niedergangs zu führen.