Liebe Leserinnen und Leser, vor einigen Jahren (2019) haben wir die Webseite von links-netz aktualisiert. Doch auch die alten Seiten könnt Ihr noch aufrufen. Das geht über die Suche nach Rubriken oder aber im Archiv, das auf der Startseite rechts zu sehen ist, und zwar nach Jahren und Monaten sortiert. Darüber hinaus findet man die […]
Interview Micha Brumlik: Antisemitismus in der deutschen Linken*
Micha Brumlik hat einige Zeit in der Reaktion der Zeitschrift links, der Vorläuferin von links-netz mitgearbeitet. Das ging oft nicht ohne Konflikte ab. Streitbar war er immer und hat als kritischer jüdischer Intellektueller in der politischen Öffentlichkeit eine wichtige Rolle gespielt. Nun ist er nach langer Krankheit gestorben. Aus diesem Anlass veröffentlichen wir hier ein Interview, das er im Jahr 2007 mit Michael Elm und Brigitta Simbürger geführt hat. Es liegt schon lange zurück, zeigt aber noch einmal, an wie vielen Fronten er sich engagiert hat und wie aktuell diese immer noch sind.
Die USA auf dem Weg zum autoritären Staat
von Margit Mayer
Unterschiedliche Kreise diskutieren, mit welchen Konzepten das sich unter der zweiten Präsidentschaft von Trump herausbildende Regime angemessen begriffen werden könnte: Sie reichen von ‘illiberaler Demokratie’ (Risse 2025, Beland 2025) über populistischen oder kompetitiven Autoritarismus (Gonzales 2024, Levitsky/ Way 2002), Faschismus oder Totalitarismus (Stanley 2024, Snyder 2024) bis hin zum ‘neuen Cäsarismus’ oder Bonapartismus (Sassmannshausen 2025), von der Oligarchen- bis zur Bandenherrschaft (Lindemann 2024). Veränderungen der Staatsform und der Art des Regierens stehen fast stets im Vordergrund, während Veränderungen in breiten (zivil-)gesell-schaftlichen Spektren sowie ideologische Atmosphären, die sie von früheren sowie heutigen autoritären Tendenzen anderswo unterscheiden, weniger Aufmerksamkeit erfahren.
Was bedeutet und wie funktioniert die Militarisierung der Gesellschaft?
von Joachim Hirsch
Es ist zu begrüßen, dass der Promedia-Verlag ein Buch veröffentlicht, das sich kritisch mit den Hintergründen, Dimensionen und Methoden der angelaufenen Militarisierung der Gesellschaft auseinandersetzt. Dennoch gibt es auch problematische Beiträge, z. B. solche, die die Schuld am Krieg ausschließlich beim „Westen“ sehen.
Antipalästinensischer Rassismus im Namen der Antisemitismuskritik
von Errol Babacan und Laura Höh
Israels militärische Reaktion auf die Angriffe der Hamas im Oktober 2023 hat in Deutschland erneut eine Diskussion ausgelöst, inwiefern Kritik an Israel antisemitisch ist. Während der Internationale Strafgerichtshof auf Antrag Südafrikas ein Verfahren wegen des Verdachts auf Verletzung der Genozid-Konvention durch das militärische Vorgehen Israels im Gazastreifen eröffnet hat, wird in Deutschland schon der Äußerung dieses Verdachts mit dem Vorwurf des Antisemitismus begegnet. Der Blick wird damit von der systematischen Zerstörung des Gazastreifens und dem Vorwurf eines Genozids abgelenkt. Proteste gegen das israelische Vorgehen und die als Staatsraison deklarierte Unterstützung Israels durch Deutschland werden auf dieser Grundlage kriminalisiert und in die Nähe von Terrorismus und Islamismus gerückt.
Der Fluch des Staates, der Fluch der Menschheit
von Kai Lindemann
In den letzten Jahrzehnten hat die Sozialanthropologie enorme Fortschritte gemacht und spannende, erkenntnisreiche Monographien vorgelegt. Das ist in erster Linie der Entwicklung der Paläogenetik zu verdanken, mit der neue und alte Funde von verstorbenen Individuen bezüglich Geschlecht, Herkunft und Lebensweise präziser eingestuft werden konnten und damit alte Interpretationen widerlegt wurden. Aber auch neue digitale Techniken zur Lokalisierung bedeutender Ausgrabungsstätten haben einige spekulative Annahmen der Disziplin geschärft.