Work Hard – Play Hard: keine Dokumentation der schönen neuen Arbeitswelt

von Christine Resch

Der in Kritiken viel und hoch gelobte Dokumentarfilm „Work Hard – Play Hard“ (2011) von Carmen Losmann ist ein durchaus beachtliches Produkt der hiesigen Filmindustrie. Eine dokumentarische Darstellung der „schönen neuen Arbeitswelt“, wie es in Kritiken und der PR für den Film heißt, ist es aber nicht. Vielmehr gehört der Film zum Genre „Selbstdarstellung“, dieses Mal der Manager und Beraterinnen.

Sozialpolitik als Bereitstellung einer sozialen Infrastruktur

AG links-netz

In Deutschland wurde Neoliberalismus in der Sozialpolitik von der rot-grünen Koalitionsregierung 1998–2005 durchgesetzt. Die Marke „Hartz IV“ erinnert an den Manager-Freund des damaligen Bundeskanzlers Schröder. Die nachfolgenden Bundesregierungen aller Couleur und die Unternehmer blieben daran, das fordistische Reglement der sozialen Sicherung in seinen Kernelementen zu schleifen. Trotz allgemeiner Unzufriedenheit hat sich dagegen bisher kein schlagkräftiger politischer Widerstand entwickelt. Darin drücken sich die mit dem Siegeszug des Neoliberalismus veränderten politischen Kräfteverhältnisse aus. Angesichts dessen, dass sich die Gewerkschaften weitgehend in das neoliberale Projekt haben einbinden lassen und die SPD selbst noch in der Opposition zu dessen entschiedensten Verfechtern gehört, wären dazu ganz neue politische Organisations- und Artikulationsformen notwendig.

Soziale Infrastruktur im Gesundheitsbereich

AG links-netz

AG links-netz macht keine Politikberatung. Die Konzepte zur Sozialpolitik, die wir in die Diskussion gebracht haben, sollen Anstöße zu einem radikalen Umdenken geben. Sie sind Lockerungsübungen in einer festgefahrenen (wie immer auch „linken“) Politik, der die Ideen ausgegangen sind. Wir wollen nützliche Fragen aufwerfen, unter anderem solche, die mit „warum eigentlich nicht …?“ beginnen.

Eine andere Gesellschaft ist nötig: Zum Konzept einer Sozialpolitik als soziale Infrastruktur

von Joachim Hirsch

Wenn man sich vom allgegenwärtigen neoliberalen Geschwätz der Politiker und Journalisten den Blick nicht ganz verstellen läßt, dann fallen an den herrschenden gesellschaftlichen Zuständen einige Merkwürdigkeiten ins Auge. So werden Jahr für Jahr mehr Güter und Dienstleistungen – das sogenannte „Sozialprodukt“ – produziert, aber gleichzeitig wächst die Zahl der Armen, werden Sozialleistungen gekappt, Renten gekürzt und die öffentlichen Haushalte auf Sparkurs getrimmt – vor allem zu Lasten der Versorgung mit öffentlichen Gütern. Dem fallen Schwimmbäder, Bibliotheken, Hilfs- und Versorgungseinrichtungen und vieles mehr zum Opfer. Obwohl wir in einer der reichsten Gesellschaften auf diesem Globus leben, verrottet das Bildungssystem.